Heimvorteil genutzt: St. Leon-Rot vor Mannheim

1. Bundesliga Süd - Herren

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Thomas Kirmaier

"Da wäre schon noch mehr drin gewesen, aber unser Ziel, zu Hause zu gewinnen, haben wir erreicht." St. Leon-Rots Trainer Dominik Müller war zufrieden. Mit einem Gesamtergebnis von drei unter Par siegten die Platzherren, für die Tour-Pro Moritz Lampert dabei war, bei Nieselregen und kühlem Wetter klar vor Dauerkonkurrent Mannheim-Viernheim (+12). Rang drei und drei Punkte sicherte sich der GC Herzogenaurach (+14).

Das laute Brummen der Motoren war fast überall auf der Anlage des GC St. Leon-Rot zu hören. Während ein paar Kilometer weiter nördlich das Deutsche Tourenwagen-Masters auf dem Hockenheimring in die Saison 2017 startete, eröffneten die Bundesliga-Männer die Runde der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi am Austragungsort des Solheim Cups 2015. Wie es ist, so einen Boliden mit einigen hundert Pferdestärken über den Asphalt zu heizen, das erlebte Moritz Lampert zu Beginn des Wochenendes, als er bei David Coulthard im Wagen saß. „Ein ziemlich geiles Erlebnis.“ Der Tour-Pro verstärkte am Sonntag seinen Heimatclub, um das Projekt „Doppelsieg am Doppelspieltag“ zu sichern. Die Männer aus St. Leon-Rot erledigten ihren Job und holten zum Auftakt zu Hause fünf Punkte, was zum einen an der homogenen Teamleistung und zum anderen an der Tatsache lag, dass die Konkurrenz auf eine Menge Personal verzichten musste.

„Da wollen wir nicht jammern. Jetzt können die anderen zeigen, was sie drauf haben. Ich mag das“, sagte Ted Long. Der Mannheimer Coach musste gleich sieben Akteure ersetzen, die noch für ihre Colleges in den Staaten unterwegs sind. Darunter Filius Hurly Long, die beiden Paul-Zwillinge Jeremy und Yannik sowie Max Oelfke. Vier Stützen der Mannschaft, die nur sehr schwer adäquat zu ersetzen sind. Aber die jungen wilden aus dem GC Mannheim-Viernheim machten ihre Sache prächtig. So zum Beispiel der erst 14-jährige Wolfgang Glawe, der im Vierer mit Partner Philipp Hug glänzte und eine 70 (-2) ins Clubhaus brachte. Stark. Im Einzel glänzte ebenfalls ein Mannheimer Neuzugang: Constantin Meier unterschrieb eine 69 (-3) und sorgte für das beste Resultat seines Teams.

Am besten unterwegs war allerdings ein anderer – ein St. Leon-Roter. Nicht Mo Lampert oder Allen John spielten die tiefste Runde des Tages. Martin Knötig, wie im Vorjahr gut zu erkennen an seinen bunten Kappen im Militär-Look, schoss am tiefsten. SLR-Trainer Dominik Müller hatte eine einfache Erklärung für diese sehr gute Performance Knötigs: „Er spielt ja nicht wie die anderen ständig auf fremden Plätzen, sondern meistens hier in St. Leon-Rot.“ Im Klartext: Fast niemand kennt die Tücken des Kurses St. Leon wohl besser als Martin Knötig. Heimvorteil auf jeden Fall genutzt; Im Vierer lief's an der Seite von Christopher Dammert aber alles andere als rund.

Wenig zu bestellen hatte am ersten Spieltag der fünften DGL-Saison Aufsteiger GC München Eichenried. Die Oberbayern waren mit Euphorie und Enthusiasmus in ihre Erstliga-Premiere gegangen. Abiturient Moritz Lammel wollte sich das Abenteuer Oberhaus auf keinen Fall entgehen lassen. Am Mittwoch noch vor den Mathe-Prüfungen gesessen, absolvierte er wie seine Teamkollegen die Prüfung DGL eher nicht nach Wunsch. „Die Jungs haben heute einfach nicht performt. Schade, dabei sind sie alle gut drauf“, meinte Eichenrieds Coach Ken Williams. Kein einziger Akteur spielte in den Einzeln eine Runde mit Par oder besser. In den Vierern steigerte sich der Liga-Neuling zwar, die Rote Laterne konnte er an diesem Sonntag aber nicht mehr abgeben. Zu groß war der Abstand auf die Konkurrenz. Williams wollte gar nicht erst groß meckern, sondern versprach: „In drei Wochen werden wir in Stuttgart garantiert besser sein.“

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  • Heimsieg: St. Leon-Rots Trainer Dominik Müller (r.) mit Spieler Christopher Dammert. Foto: DGV/Kirmaier
  • Auf Ballhöhe: Herzogenaurachs Benjamin Gabler kämpfte mit seinem Team lange Zeit um Platz zwei gegen die Konkurrenten aus Mannheim und Stuttgart. Foto: DGV/Kirmaier
  • Starker Bunkerschlag: Jiri Zuska vom GC St.Leon-Rot. Foto: DGV/Kirmaier
  • Typisch schottisch: Herzogenaurachs Simon Taylor spielte im Vierer kurzärmelig - und das bei Temperaturen um 10 Grad. Foto: DGV/Kirmaier
  • Das Funkgerät immer am Ohr: Wettspielleiter Dr. Rolf Nagel war stets einsatzbereit. Foto: DGV/Kirmaier
  • Aus dem wird was: Mannheims Wolfgang Glawe war mit gerade mal 14 Jahren jüngster Starter im Feld. Foto: DGV/Kirmaier
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Auch Herzogenaurachs Trainer Craig Miller war äußerst optimistisch in den Sonntag gegangen. „Die Jungs sind gut drauf und motiviert. Das wird ein guter Tag für uns“, prophezeite er. Rauf und runter ging es für die mit den beiden Schotten Simon Taylor und Graeme Robertson verstärkten Franken. Solide präsentierte sich dagegen im Einzel Matthias Schmid, der mit einer 69 (-3) das stärkste Ergebnis heimbrachte. Nicht schlecht im Rennen lag auch Alexander Elsner – aber nur bis zur Bahn 14 (Par 4), auf der er nach zwei Schlägen ins Wasser eine Neun kassierte und nach hinten durchgereicht wurde.

Wenig Freude beim kalt-nassen Saisonstart hatte Peter Wolfenstetter. Der Stuttgarter Trainer hatte sein Team mit den beiden Zwillingen Alexander und Maximilian Herrmann sowie Severin Soller, die er alle noch aus seiner Zeit beim GC Wörthsee bestens kennt, verstärkt. Dazu war der dänische Pro Peter Staalbo zu Solitude hinzugestoßen. Aber alle vier konnten wegen anderweitiger Engagements beim Start in St. Leon-Rot nicht dabei sein. Und so gab es für die Stuttgarter Mission Final-Four-Teilnahme einen kleinen Rückschlag, weil die Ausreißer nach unten einfach zu eklatant waren. Stuttgart schloss den ersten Spieltag nur als Vierter ab.

Da war St. Leon-Rots Trainer Dominik Müller natürlich deutlich besser gelaunt. „Es ist schön zu sehen, dass wir einen sehr tiefen Kader haben. Das hat vielleicht heute den Unterschied gemacht.“ Zusammen mit seinen Schützlingen feierte der Coach den verdienten und klaren Heimsieg wohlwissend: „Wir wollen das nicht überbewerten, sind aber zufrieden. Es kommen noch vier weitere Spieltage, an denen wir ebenfalls ganz vorne dabei sein wollen.“ Der SLR-Motor ist jedenfalls schon mal angesprungen – ähnlich wie die der Rennautos auf dem Hockenheimring.