Der Meister macht es

1. Bundesliga Nord - Herren

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Stefan Bluemer

Meister Hubbelrath holt sich am zweiten Spieltag der 1. Bundesliga der KRAMSKI Deutsche Golf Liga (DGL) presented by Audi in Frankfurt mit einer absolut beeindruckenden Leistung fünf Punkte.

Frankfurt – Neuling Hösel hatte den ersten Spieltag in Hubbelrath gewonnen und auch nach den Vierern des zweiten Spieltags in Frankfurt die Nase vorne. Doch dann zeigte Serienmeister GC Hubbelrath seine ganz Klasse und sicherte sich bei einer wahren Hitzeschlacht am Main noch ganz cool den Sieg – mit riesigem Vorsprung. Am Ende lag Hubbelrath satte 25 Schläge vor Hösel und hatte damit in den Einzeln 30 Schläge gegenüber dem ersten Verfolger gutgemacht. An der Spitze waren die Hubbelrather ganz breit bärenstark unterwegs. Die vier besten Ergebnisse kamen allesamt beim Titelverteidiger in die Wertung.

Julian Baumeister unterschrieb eine 66 (-5) und analysierte diesen fabelhaften Score nüchtern: „Mein Langes Spiel war heute sehr solide. Ich habe viele gute Entscheidungen getroffen und auch einige Putts gelocht. Wir haben im Team einfach eine super Stimmung, die sehr hilfreich ist.“

Auch Max Herter brachte diesen starken Score ins Clubhaus. Der Hubbelrather hatte fast jedes Fairway in der Mitte geteilt und nagelte etliche kurze Eisen beeindruckend an den Stock. Auf der Backnine musste Herter zwar auch ein paar Mal um seinen Score kämpfen, lieferte aber immer dann wahre Zauberschläge ab, wenn dies nötig war.

Tour-Pro Nicolai von Dellingshausen brauchte 67 (-4) Schläge auf dem Platz, den er nach eigenen Worten liebt und wo er schon so manchen großen Erfolg errungen hat. „Man verliebt sich manchmal in einen Platz und bei mir ist es der Frankfurter GC. Es ist einer der schönsten Plätze in Deutschland. Bei unserem Heimspieltag waren die Jungs hinter den Erwartungen zurück geblieben. Heute hat viel funktioniert. Es waren viele gute Runden dabei. Der Platz gibt es her, aber trotzdem muss man sie auch erstmal spielen. Wir haben heute einen super Job gemacht. Als ich vorhin reingekommen bin und auf die Ergebnisse geschaut habe, habe ich erst meinen Augen nicht getraut. Das war schon richtig cool! Es hat Spaß gemacht und war eine tolle Teamleistung. Für mich ist das einfach toll und eine schöne Abwechslung vom Tour-Alltag, für eine Mannschaft zu spielen.“

Auch Florian Schmiedel kam mit einer 67 (-4) rein und sorgte dafür, dass die vier besten Ergebnisse alle in der Hubbelrather Wertung waren.

Roland Becker, Trainer des einzigen Teams, das an diesem Spieltag den Platz des FGC unter Par bezwingen konnte, war am Nachmittag sehr zufrieden und bester Laune: „Wir haben heute den Tag gehabt, den man sich eigentlich jede Woche wünscht, aber eben nicht jede Woche bekommt. Heute haben viele Spieler gut gespielt, fast alle gut oder sogar sehr gut. Wir haben viele tiefe Scores, so dass ich niemanden herausheben will. So darf es gerne weiter laufen. Wir haben gestern nach dem Abendessen kurz die Köpfe zusammengesteckt und uns vorgenommen, einen guten Spieltag hinzulegen. Das ist gelungen. Wir waren gut in Form, motiviert und hatte eine gute Stimmung im Team. Es hat alles sehr gut zusammengepasst.“

Hösel bleibt bescheiden

Der GC Hösel hat in den Einzeln nicht ganz so überragend performt und sicherte sich mit fünf Schlägen Vorsprung auf den GLC Berlin-Wannsee noch den zweiten Platz. Bester Höselaner war Jannik de Bruyn mit einer 69 (-2). Auch Julian Hausweiler blieb unter Par und war am Ende des Spieltages mehr als happy.

„Christian Niesing macht eine phänomenale Arbeit und ihm gebührt ein großes Lob. Es ist einfach nur schön und wir haben unglaublich viel Spaß auf dem Platz. Ich hoffe, wir machen weiter so. In Hubbelrath hatten wir schon sehr gut gespielt und hier haben wir gut angefangen. Die Einzel waren ein bisschen härter, aber wenn man hinten heraus so nervenstarke Spieler wir Jannik de Bruyn hat, ist das einfach nur gut. Das hilft. Der Klassenerhalt war von Anfang an unser Ziel und wir sind dem einen großen Schritt näher gekommen, aber wir sprechen keine neuen Ziele an. Wir versuchen einfach, so weiterzuspielen wie bisher und die Großen ein bisschen zu ärgern. Es ist toll mit Leuten von der Tour zu spielen, denn man sieht, was die können und was man selber noch nicht kann. Generell ist die Dichte an guten Spieler hier riesig. Wenn dann noch einer von den Großen der Tour mitspielt, ist es ein phantastisches Erlebnis, dabei zu sein“, bleibt der 20-Jährige zurückhaltend.

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Christian Niesing, der Trainer des Aufsteigers war durchaus mit der Leistung seines Teams nicht rundum zufrieden: „Die Einzel waren wirklich nicht so gut. Wir haben drei hohe Scores. Die neun Punkte, die wir jetzt haben, machen mich dagegen sehr zufrieden. Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir nach zwei Spieltagen neun Punkte haben, hätte ich das sofort unterschrieben. Sensationell! Das Saisonziel Klassenerhalt bleibt trotzdem erstmal. Gedanken um mehr brauchen wir uns nicht zu machen. Warum sollte ich die Ziele jetzt zu hoch setzen? Einfach geil weiterzuspielen, darauf haben wir Bock!“

Wannsee ganz solide

Der GLC Berlin-Wannsee kletterte in den Einzeln noch auf den dritten Platz der Tageswertung und hatte solide sieben Schläge Vorsprung auf den Hamburger GC, der nach verpatzten Vierern immerhin noch um einen Platz vorrücken konnte.

Das Team aus der Bundeshauptstadt hatte sich vorgenommen, locker zu bleiben, weiter Spaß und Mut zu haben. „Das hat mein Team gut umgesetzt. Wir haben einen guten Kampfgeist gezeigt und fokussiert gespielt. Wir haben immer nur nach oben geguckt und gutes Golf gespielt. Alle waren eng beieinander und als Team sehr gut drauf“, war Arnar Olafsson als Trainer der Wannsee-Truppe sehr einverstanden mit dem Auftritt seiner Spieler.

Herausforderung annehmen

Drei Einzel der Hamburger schafften es, unter Par zu bleiben. Carl Anton Kolloß und Gregory Wiggins unterschrieben jeweils eine 69 (-2) und der erfahrenste Spieler des HGC, Michael Thannhäuser kam mit einer 70 (-1) von der Runde. Matthias Boje, der Trainer des HGC Falkenstein war natürlich nicht zufrieden, hatte aber doch auch positive Ansätze gesehen: „Wir haben versucht, nach vorne zu kommen. Wir wollten die Köpfe freibekommen. Das haben wir auch ein stückweit geschafft. Die Einzel waren heute schon besser. Ich bin zufriedener als nach dem ersten Spieltag, aber da ist noch eine Menge, was noch gehen muss, um unseren Ansprüchen zu genügen. Wir werden die vier Wochen bis zu unserem Heimspieltag nutzen. Es ist für alle eine Herausforderung, weil die Situation anders als gewohnt ist, aber wir werden die Herausforderung annehmen und alles geben.“

Niklas Adank machte den Schlag des Tages. Der Hamburger lochte auf Bahn 11 mit dem Abschlag zum Hole-in-one ein. Der Hamburger Pro kam mit einer 75 (+4) rein, freute sich aber darüber, endlich im Wettspiel sein erstes Ass erzielt zu haben.

Gastgeber Frankfurt hatte einen ganz unglücklichen Start in den Tag. Das Momentum war dadurch früh weg und so landete das Team von Trainer Jan Förster mit 16 Schlägen Rückstand auf die Hanseaten am Ende des Feldes. Förster selbst war gesundheitlich angeschlagen und konnte an diesem Tag sein Team nicht als Kapitän coachen. Keith Coveny sprang ein, konnte aber auch nicht verhindern, dass sich der Tag für die Gastgeber in eine sehr unerfreuliche Richtung entwickelte. „Wir müssen jetzt eine Analyse machen, was heute da draußen passiert ist“, kommentierte Jan Förster das Ergebnis kämpferisch. „Für die Zuschauer war das natürlich schade. Wir müssen jetzt zusammenstehen und mit Teamgeist nach Hamburg schauen“, so Förster.

Auf der gesamten Anlage waren hunderte Zuschauer unterwegs. Vor allem die Flights, in denen Frankfurter Athleten dabei waren, wurden von einem Tross in roten Hemden begleitet und so gab es am Ende rund um die Grüns 9 und 18 ein eindrucksvolles Bild.

In der Tabelle stehen Hubbelrath und Hösel jetzt gemeinsam mit neun Punkten an der Spitze. Die anderen drei Teams stehen punktgleich mit jeweils vier Zählen dahinter.

 

Endstand

1. GC Hubbelrath -14
2. GC Hösel +11
3. GLC Berlin-Wannsee +16
4. Hamburger GC +23
5. Frankfurter GC +39

Am 23. und 24. Juni treffen sich die Teams der 1. Bundesliga Nord der Herren in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented bei Audi in Hamburg wieder. Gastgeber ist dann der HGC Falkenstein, dessen Platz -wie der in Frankfurt- von Harry S. Colt entworfen wurde und der jüngst Austragungsort der Deutschen Meisterschaften der Herren Ü50 und Ü65 war.

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