Hösel und Frankfurt im Final Four

1. Bundesliga Nord - Herren

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Christopher Tiess

Der Aufsteiger GC Hösel und der wieder einmal bärenstarke Frankfurter GC qualifizieren sich für das Final Four. Der Hamburger GC steigt ab

Berlin - Was für ein Spieltag, was für ein Saisonfinale, was für sensationelle Überraschungen in den Platzierungen! Die Tagestabelle wurde vor allem im Laufe des Vormittags immer wieder wild durcheinander gewürfelt. Schwer bis unmöglich war es selbst noch in dieser Phase, vorherzusagen, wie das Ergebnis der Ligasaison 2018 aussehen würde. Denn am Morgen zogen die gestern so schwer in den Spieltag gestarteten Hamburger am G&LC Berlin-Wannsee vorbei - ein Umstand, den die Wannsee’er Herren erst im weiteren Verlauf korrigieren würden. Und aus dem Mittelfeld bewegte sich der GC Hubbelrath plötzlich in Richtung Süden. An der Tabellenspitze kämpften der GC Hösel und der Frankfurter GC um die Führung. Und während das Gerangel in der unteren Tabellenhälfte in vollen Ausmaßen geführt wurde, war der Kampf an der Spitze vielleicht noch der übersichtlichste Teil der heute ausgetragenen Einzelrunden.

Hösel und Frankfurt machen Überraschung perfekt

Aber der Reihe nach: Der fünfte Spieltag wird von einem furios spielenden GC Hösel gewonnen. Das Aufsteiger-Team spielt mit 14 unter Par die besten Einzelergebnisse der Ligagruppe und holt sich mit insgesamt 20 Schlägen unter Par den zweiten Spieltagsieg der Saison. Mit diesem Geschenk an sich selbst und überzeugenden 20 Saisonpunkten, befördern sich die Herren des GC Hösel in das Final Four der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi.

Coach Christian Niesing ist überglücklich: „Die Saison war supergeil, aber diese starke Scores zum Abschluss waren noch einmal das i-Pünktchen oben drauf. Wir fühlen uns fantastisch.“ Die Frage zum Geheimnis hinter dem Höseler Erfolg beantwortet Niesing so: „Ich denke, es ist eine Mischung aus detaillierter Platzvorbereitung, Trainingsplanung und individuellem Coaching im Training und auf dem Platz. Wir werden uns auch auf Köln im Detail vorbereiten. St. Leon-Rot und Mannheim sind starke und bekannte Mannschaften. Hösel wird ihnen hingegen kein Begriff sein. Wir fahren als Underdog zu diesem Event und freuen uns, dass wir das erleben dürfen und machen das Beste daraus.“

Auf Platz zwei der Tagestabelle setzt sich der derzeit vor Motivation nur so strotzende Frankfurter GC. Mit vier Punkten Ausbeute aus diesem letzten Spieltag der Saison überholen die Herren vom Main einen heute schwach auftretenden GC Hubbelrath und schieben sich auf den zweiten Platz der Ligatabelle. Dies bedeutet, dass es die Frankfurter sind, die den zweiten Qualifikationsplatz für die anstehenden Play Offs zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft einnehmen. Was für ein Pfund für dieses Team, das zu Saisonbeginn noch als potentieller Abstiegskandidat eingeordnet wurde.

Coach Jan Förster ist überglücklich: „Hätte man mich nach zwei Spieltagen gefragt, wie ich mich fühle, dann hätte man die Antwort vom traurigsten Menschen überhaupt bekommen. Wir haben damals zu Hause böse einstecken müssen. Zum dritten Spieltag sind die Jungs dann mit einer solchen Energie nach Hamburg gefahren und haben das Ding da zwar knapp aber dennoch sehr stark gerockt. Und seitdem sind wir in diesem Momentum drin geblieben. Das ist einfach nur mega. Dass wir es ins Final Four schaffen, hat uns keiner geglaubt. Unser Vorstand hat es auch gar nicht budgetiert und wir haben kein Hotel gebucht. Aber jetzt stehen wir im Final Four und machen da genau so weiter, wie wir hier aufgehört haben. Wer Urlaub gebucht hatte, hat ihn gerade storniert. Wir werden uns auf den Platz in Köln möglichst gut vorbereiten und unser Training entsprechend ausrichten. Wir sind hoch motiviert und wollen das Ding da rocken!“

Falkenstein steigt ab

So viel zu den Entscheidungen an der Spitze. Und im Tabellenkeller? Da sah es nach einem furiosen Vormittag noch einmal für einen kurzen Moment sehr hoffnungsvoll für den Hamburger GC aus. Der G&LC Berlin-Wannsee war überholt und der GC Hubbelrath nur schmale drei Schläge entfernt. Das war es doch, was die Herren von der Elbe brauchten! Aber, aber - diese Hoffnung sollten nur kurz walten. Diese für die Hamburger so essentielle Tabellenkonstellation sollte sich nämlich wieder auflösen. Und auch wenn die Falkensteiner an diesem Tag stark spielen sollten, so manifestierte sich letztendlich die schon während der gestrigen Vierer aufgezeigte Tendenz - mit einem Ergebnis, das trotz seiner Vorhersehbarkeit wie ein Donnerschlag kommt: erstmals seit 2009 tritt die Herrenmannschaft des Hamburger GC den Weg in die 2. Bundesliga an. Das Wunder vom Wannsee sollte einfach nicht stattfinden - es sollte nicht reichen, um den schon bestehenden Rückstand auf das einzige weitere noch abstiegsbedrohte Team der Liga aufzuholen.

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  • Die einzige Mannschaft, die früh morgens auf dem Übungsgrün zu sehen war: Der Hamburger GC. (Foto: DGV/ Tiess)
  • Julian Baumeister vom GC Hubbelrath mit Instrumentenzielsystem. (Foto: DGV/ Tiess)
  • Lukas Buller vom Frankfurter GC spielte heute eine 73 (+1). (Foto: DGV/ Tiess)
  • Bjarki Petursson (G&LC Berlin-Wannsee) spielte heute eine starke 69 (-3) und trug maßgeblich zum Erfolg der Hausherren bei. (Foto: DGV/ Tiess)
  • Als die Nebelschwaden der Einzelrunden sich lichteten... (Foto: DGV/ Tiess)
  • ...stand der Aufsteiger GC Hösel als Spieltagsieger und Final-Four-Teilnehmer fest. (Foto: DGV/ Tiess)
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Gregory Wiggins war der letzte Hamburger Spieler, der heute noch auf dem Platz stand. Der letzte Spieler also, der für Hamburg in der ersten Bundesliga unterwegs war. Er resümiert: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht und niedergeschlagen, dass der Abstieg jetzt feststeht. Wir haben zwar heute sehr gute Einzelleistungen abgegeben, aber das hat am Ende nicht mehr gereicht. Über die gesamte Saison hinweg, sind wir immer schlecht in die Spieltage gestartet. Unsere Vierer waren ziemlich schwach und wir mussten uns jedes Mal von hinten an das Feld heran kämpfen. Das ist uns nur zum Teil gelungen und am Ende hat uns auch das nötige Glück gefehlt. Im Moment ist alles noch ziemlich frisch, aber wir werden die Saison in den nächsten Tagen Revue passieren lassen und aufarbeiten, um dann mit gesammelten Kräften am Wiederaufstieg zu arbeiten. Denn nur das kann das Ziel für uns sein.“

Für die Gastgeber dieses fünften und letzten Spieltags der Saison, die Herren des G&LC Berlin-Wannsee, bedeutet der Hamburger Abstieg hingegen, dass sie selbst die Klasse halten. Dabei haben sich die Hausherren keinesfalls zurückgelehnt, sondern vor heimischem Publikum klar gezeigt, dass sie absolut erstklassiges Golf spielen können und definitiv in diese erste Bundesliga gehören. Zwischenzeitig kratzte das Team aus der Hauptstadt sogar an dem zweiten Platz - teilte sich die Position für einige Zeit mit den Frankfurtern. Am Ende sollte es für die Männer vom Wannsee dann zwar doch nur Rang drei sein, dafür erreichten sie diesen jedoch mit starkem Golf und Einzel-Ergebnissen von -4, -4, -3, -1, 0, +2 und +2 Schlägen. Der Anschluss nach oben war deutlich erkennbar.

Sportdirektorin Miriam Hiller zeigt sich denn auch hoch zufrieden mit dem Abschneiden heute und in der, zugegebenermaßen sehr wechselvollen, Saison: „Unsere Jungs haben heute tolle Einzel gespielt - mitunter deutlich unter Par und noch einmal stärker als in den letzten Jahren. Für die Saison ist das ein ganz klarer Klassenerhalt geworden. Und so unberechenbar wie sich die Liga in diesem Sommer gezeigt hat, bin ich total stolz auf die Jungs und richtig zufrieden, dass sie auch im nächsten Jahr wieder in der ersten Bundesliga dabei sind. Sie haben dafür schwer gearbeitet und hart gekämpft und sich dieses Abschneiden genau deswegen auch ehrlich verdient. Wir freuen uns über und mit dieser tollen Truppe. Und unsere herzlichen Glückwünsche gehen an Hösel und Frankfurt!“

Hubbelrath verpasst Chance auf Titelverteidigung

Zu einem äußerst unerwarteten und zudem unerfreulichen Saisonabschluss sind die Herren des GC Hubbelrath gekommen. Nachdem die Titelverteidiger ihre Vierer noch mit Tuchfühlung zur Tabellenspitze notierten, wurden sie heute regelrecht durch das Feld gereicht. Als einziges Team schlossen sie ihre Einzel und ihr Gesamtergebnis über Par ab. Lediglich Florian Schmiedel gelang heute mit seiner 69 (-3) einer Unter-Par-Runde. Damit rutschen die Düsseldorfer auf den fünften Platz der Tageswertung ab. Und als wäre das noch nicht Strafe genug, verpassen die Serienmeister damit sensationell den Einzug in das Final Four. In der Abschlusstabelle der Ligasaison 2018 steht der GC Hösel (20 Punkte) vor dem Frankfurter GC (17 Punkte). Der GC Hubbbelrath nimmt mit 15 Punkten das Mittelfeld ein. Ihm folgt der G&LC Berlin-Wannsee mit 13 Punkten. Der Hamburger GC steigt mit 10 Punkten aus der 1. Bundesliga ab.

Die reguläre Ligasaison ist mit dem heutigen Spieltag beendet. Ein ganz entscheidendes Event steht allerdings noch an: das Final Four, das am 18. und 19. August im Kölner GC stattfindet. Aus der Nordliga reisen zwei Mannschaften an, die zu Saisonbeginn nur die Allerwenigsten so auf dem Zettel hatten. Im Rahmen des Play Offs treffen sie auf die beiden besten Herrenmannschaften der 1. Bundesliga Süd. Am ersten der beiden Spieltage wird der GC Hösel auf den GC Mannheim-Viernheim treffen, während der Frankfurter GC sich mit dem GC St. Leon-Rot misst. Die Gewinner dieser beiden Partien spielen am zweiten Spieltag um den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters der KRAMSKI DGL presented by Audi. Die beiden weiteren Teams spielen im kleinen Finale den dritten Platz untereinander aus.

Zur Abschlußtabelle der Ligasaison 2018

  • Sind guter Dinger: Roland Becker, Max Herter und Julian Baumeister vom GC Hubbelrath. (Foto: DGV/ Tiess)
  • Julian Baumeister und... (Foto: DGV/ Tiess)
  • ...Max Herter spielten heute den ersten Vierer der Titelverteidiger. (Foto: DGV/ Tiess)
  • Auch Yannick Sieben und Christopher Huvermann vom... (Foto: DGV/ Tiess)
  • ...Aufsteiger GC Hösel waren heute gemeinsam... (Foto: DGV/ Tiess)
  • ...unterwegs. Sie spielten eine 73 (+1).  (Foto: DGV/ Tiess)
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