Frühsommer zum Start in Frankfurt

1. Bundesliga Nord - Herren

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Stefan Bluemer

Der zweite Spieltag der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi beginnt mit strahlendem Frühsommerwetter. In den Vierern präsentiert sich Gastgeber Frankfurt stark und geht mit hauchdünnem Vorsprung in die Einzel.

Frankfurt – Auf der perfekt gepflegten Anlage des Frankfurter GC, die 1927 vom legendären Golfplatzarchitekten Harry S. Colt gebaut wurde und entsprechend reizvoll im Frankfurter Süden mit sportlich selektivem Layout schon zahlreichen großen Turniere eine Heimat geboten hat, treffen sich am zweiten Spieltag der KRAMSKI Deutschen Golf Liga die Clubs der 1. Bundesliga Herren Nord sowie Damen Süd.
Die Spielleitung ließ ab 9.00 Uhr zunächst die Damen starten, die Herren gingen erst ab 10.50 raus.
Gastgeber Frankfurt ging mit gehörig Rückwind in den Heimspieltag. Für das Trainergespann Jan Förster und Keith Coveney war es beinahe ein Selbstläufer, die Athleten darauf einzustimmen, auch auf heimischem Terrain an die guten Leistungen anzuknüpfen, mit denen die Hessen am Ende der letzten Saison die Vizemeisterschaft feiern durften und auch zum Saisonstart in Köln-Marienburg ein Ausrufezeichen mit dem Spieltagssieg setzten.
Die Konkurrenz ging allerdings ebenfalls mehr als motiviert an die Aufgabe heran. Abzulesen nicht zuletzt daran, dass der entthronte Serienmeister Hubbelrath schon eine Woche vor dem Spieltag mit acht Mann in Frankfurt war, um sich optimal auf den Platz einzustellen.

 

Frankfurt stark

Die Frankfurter starteten ganz stark in den Tag. Früh brachten die ersten Vierer einige rote Zahlen auf ihre Scorekarte und so tauchte der FGC den gesamten Tag über mal mit mehr, mal mit weniger Vorsprung an der Spitze des Leaderboards auf.
Am Abend führt die Truppe von Kapitän Nils Tank mit einem Schlag unter Par, hat aber lediglich einen Zähler Vorsprung auf den GC Hösel. Nur diese beiden Teams haben auch geschafft, Scores unter Par ins Clubhaus zu tragen.


Ben Bradley eröffnete mit Profi Martin Keskari für den Gastgeber den Spieltag und lieferten eine sehr solide Runde ab. Mit fünf Birdies und zwei Bogeys kamen die beiden Frankfurter Routiniers auf gesamt drei unter Par. „Wir haben selten so viele Fairways und Grüns gesehen“, kommentierte der ehemalige Jugend-Nationalspieler Ben Bradley die 16 getroffenen Grüns.
Lukas Buller und Lukas Köble machten die Scorekarte kurios bunt. Mit späten Eagles auf den Bahnen 15 und 17 drehten die Frankfurter ihren Score wieder und kamen mit gesamt -2 rein. Lukas Buller hatte jeweils riesige Drives vorgelegt, so dass Lukas Köble einmal mit einem Eisen 8 und einmal mit einem Wedge das Grün anspielen konnte. Die beiden hatten schon mit Birdie-Birdie einen guten Start hingelegt, machten zwischendurch ihre Scorekarte aber auch mit anderen Farben recht bunt.
„Es ist schön, nach den Vierern zu führen. Wir haben aber schon ein bisschen das Gefühl, etliche Schläge liegen gelassen zu haben. Da war mehr drin und morgen müssen wir wieder heiß starten, um zu versuchen, mehr Schläge zwischen uns und die Verfolger zu bringen. Wir haben eine gute Truppe und können ein paar Spielern eine Chance geben. Wir freuen uns auf morgen, auf den Auftritt vor dem eigenen Publikum“, war FGC-Coach Jan Förster in der Analyse des Tages trotz der Führung etwas zwiegespalten.

 

Hösel einen Schlag zurück

Für den GC Hösel kam Profi Marcus Toennessen mit Moritz Hausweiler Even Par vom Platz. Das Duo aus Ratingen scrambelte seinen Score gut zusammen und hatte gut geputtet, war damit aber nicht der beste Vierer des letztjährigen Aufsteigers.
Unter Par rein kamen die Youngster Nick Spillmann und Jonas Baumgartner. Einige längere Putts fielen und das Finish mit drei Birdies in Serie war letztlich der Garant für eine 69 (-2).

Christian Niesing, Trainer des GC Hösel, war am Abend rundum happy. Den Zwischenstand nach den Vierern kommentierte der Coach des letztjährigen Bronzemedaillengewinners: „Der Zwischenstand ist Bombe! Wir haben sehr stabil und diszipliniert gespielt. Es gab keine Ausreißer. Meine Spieler sind gut ausgebildet und machen ihr Ding. Das macht es auf dem Platz leichter für mich. Klasse war, wie unser letzter Vierer auf der Backnine noch vier Schläge aufgeholt hat.“


Auf Platz drei folgt schon der aktuelle Aufsteiger. Der Marienburger GC hat eine sehr ausgelichene Mannschaftsleistung geboten. Drei der vier Vierer kamen mit jeweils 73 (+2) Schlägen vom Platz.
Etwas angefressen war unmittelbar nach dem letzten Putt Felix Wartenberg, denn er hatte mit Frederik Eisenbeis eine beachtliche Runde abgeliefert und sich eine perfekte Backnine erst auf Bahn 18 zerschossen. Mit +4 nach acht Bahnen sah es nicht gut für die Kölner aus. Ab Bahn 10 brachte das Duo aus dem Team von Coach Peer Sengelhoff vier Birdies auf die Karte und war damit dann auf Par-Kurs. Die Puttleistung nötigte den Konkurrenten großen Respekt ab.
„Grundsätzlich bin ich mit der ausgeglichenen Leistung der Vierer ganz zufrieden. Heute war es für uns auf dem gut gepflegten Platz mit dem Wind nicht immer ganz einfach. Es ist nach den Vierern ja weiterhin alles offen und wir machen uns Hoffnung auf morgen. Wir wollen zeigen, dass wir besser als der fünfte Platz sind, den wir im Heimspiel hatten“, war Peer Sengelhoff am Abend zuversichtlich und entspannt.

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  • Für Hösel eröffnet Profi Marcus Toennessen  (Foto: DGV/stebl)
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Blick nach vorne

Zwei Teams teilen sich mit einem Schlag mehr in der Wertung den vierten Platz. Der GLC Berlin-Wannsee hatte vielversprechend begonnen, brachte dann aber die guten Ansätze nicht konsequent ins Ziel. Mit einer 71 (Even Par) waren Max Fischer und Lennart Müller-Atzerodt die besten Berliner. Drei Birdies mit drei Bogeys vermengt ergaben den soliden Score.
Wannsee-Coach Christian Kurras wollte die Vierer nicht überbewerten und blickte eher schon voraus: „Nach einem guten Start haben wir leider einige Fehler gemacht und somit ein besseres Ergebnis verpasst. Morgen ist noch alles drin!“

 

Sechs Schläge auf der 18 verloren

Auch beim GC Hubbelrath kam nur ein Vierer Even Par vom Platz. Julian Baumeister und Max Herter glichen mit einem Birdie auf dem 18. Grün ihren Score zum Happy End aus, was aber die erfolgsverwöhnten Düsseldorfer auch nicht davor bewahrte, in den Einzeln das Feld von hinten aufrollen zu müssen, wenn am Ende des Spieltags ein Erfolg stehen soll.
Für Hubbelrath kam das dicke Ende buchstäblich auf Bahn 18. Zwei Vierer, die in der Wertung solide lagen, kassierten mit einem Doppelbogey und einen Quadruple-Bogey satte sechs Zähler. Ohne diese Aussetzer wäre die Ausgangslage vor den Einzeln für die Düsseldorfer deutlich entspannter.
Meistertrainer Roland Becker war verständlicher Weise vor allem mit dem Ende der Runden seiner Vierer nicht einverstanden: „Irgendwie läuft es noch nicht so richtig. Wir haben auf der 18 ganz bittere sechs Schläge verloren. Aber morgen geben wir alles und ich denke, da geht was!“

Bilder des Tages I

Bilder des Tages II

 

Start ab 9.00 Uhr

Die Einzel der Herren werden am Sonntag ab 9.00 Uhr von Tee 10 gestartet.
Vorweg gehen mit Tim Mayer (Frankfurter GC) und Marcus Toennessen (GC Hösel) sowie Johannes Lube (Hubbelrath) und Warayu „Nino“ Melzer (Berlin) zwei Zweierflights. Danach starten bis 11.10 Uhr noch weitere zwölf Flight mit jeweils drei Athleten.
Die Damen starten ab 9.15 Uhr von Tee 1 ihre Einzel.

 

Zwischenstand nach den Vierern

Rang Club Ergebnis
1. Frankfurter GC Brutto -1
2. GC Hösel Even Par
3. Marienburger GC Brutto +6
4. GLC Berlin-Wannsee Brutto +7
5. GC Hubbelrath Brutto +7

  • Am Vortag hatte die Spielleitung den Platz vorbereitet  (Luftbild: stebl)
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