St. Leon-Rot siegt souverän, Valley beeindruckt

1. Bundesliga Süd - Damen

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Matthias Lettenbichler

Mit einem souveränen Sieg auf der heimischen Anlage sind die Damen des GC St. Leon-Rot in die Saison 2019 der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi gestartet. Mit 8 über Par lag das Team von Trainer Pascal Proske nach Vierern und Einzeln klar vor dem starken Aufsteiger GC München Valley.

St. Leon-Rot – Er hatte sich im Vorfeld zurückgehalten, von Abtasten und Reinschnuppern gesprochen, doch als sich der erste Spieltag der Saison 2019 der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi im GC St. Leon-Rot dem Ende zuneigte, da breitete sich dann doch ein sehr zufriedenes Lächeln im bärtigen Gesicht von Danny Wilde aus. Nein, gewonnen hatten seine Spielerinnen, das Damenteam des GC München Valley, den Liga-Auftakt in St. Leon-Rot nicht - den obersten Platz auf dem Siegerpodest erklommen souverän die Gastgeberinnen. Aber die Valleyer Damen hatten sich als Aufsteiger in beeindruckender Manier den zweiten Rang gesichert; mit gesamt 16 über Par lagen sie nach Vierern und Einzeln acht Schläge hinter St. Leon-Rot (+8) und sechs Schläge vor dem Team des Frankfurter GC (+22). Ein mehr als beeindruckender Einstand in Liga 1, der auch den Gegnerinnen Respekt einflößte.

Denn Valley machte vom ersten Abschlag an den Eindruck, im Grunde schon lange Teil der höchsten Spielklasse zu sein. Selbstbewusst sorgten zum Auftakt in den Vierern Nina Lang und Chiara Horder mit 2 unter Par für das beste Tagesergebnis, und auch im Einzel sollte das beste Resultat des gesamten Spieltags von einer Spielerin aus dem bayerischen Voralpenlad kommen: Sarina Schmidt unterschrieb nach 18 Löchern eine 68er-Runde, war damit beste Akteurin des Feldes und legte den Grundstein für das hervorragende Abschneiden ihres Teams. Fünfmal lochte sie zum Birdie ein, musste nur ein einziges Bogey notieren und war entsprechend zufrieden mit ihrem ersten Auftritt in der 1. Bundesliga Süd der Damen. "Ich habe heute sehr solide gespielt, jeden Drive Mitte Fairway geschlagen, sehr gute lange Eisen gespielt und 18 Grüns getroffen. Mit dieser Runde bin ich wirklich sehr zufrieden", so die 20-Jährige. Die Atmosphäre in der 1. Bundesliga genießt sie ebenso wie ihre Teamkolleginnen, spürt im Vergleich zu Liga 2 "durchaus eine etwas größere Spannung" und hofft, "dass wir die nächsten Spieltage auch rocken werden".

Dass mit Valley spielstarke Verstärkung in Liga 1 eingezogen ist, daran besteht kein Zweifel. Der gesamte Kader präsentierte sich in guter Form, und Neuzugang Nina Lang zeigte wie schon im Vierer auch im Einzel ihr Können, brachte eine ausgezeichnete 69er-Runde ins Clubhaus. In der Form des vergangenen Wochenendes ist Valley zweifellos ein klarer Final-Four-Kandidat. "Das war ziemlich genial heute - so kann es weitergehen", so Trainer Danny Wilde nach dem Spieltag zu seinem Team. Was ihn hinsichtlich der kommenden Aufgaben besonders zuversichtlich stimmt: "Da ist auch noch viel Luft nach oben!" Insbesondere auf den Grüns sieht der PGA Golfprofessional noch deutliches Verbesserungspotenzial: "Da habe ich heute sehr viele Dreiputts gesehen", so der Coach.

Erstklassige Vorstellung beim Heimspiel

Stärker als Valley präsentierten sich beim Saisonauftakt allein die Gastgeberinnen, doch die wiederum strahlten eine derart große Souveränität aus, dass sich bereits jetzt abzeichnet: Der Weg ins Final Four führt auch in diesem Jahr einmal mehr über den Club aus dem Kraichgau. Trainer Pascal Proske ist auch diesmal mit jungen Spielerrinnen in den Wettbewerb gegangen, doch er hat alle akribisch auf die Saison vorbereitet. "Wir haben gut trainiert, doch für uns war dieser erste Spieltag natürlich auch eine wichtige Standortbestimmung", so der Coach. Einige seiner Akteurinnen mussten wegen ihrer Abiturprüfungen ihr Trainingspensum zuletzt etwas reduzieren - ihre Leistung brachten sie dennoch. Celina Rosa Sattelkau zu Beispiel, die eine 72er-Runde spielte und damit das zweitbeste Einzelresultat beisteuerte. Stärkste SLR-Akteurin am Sonntag war Tourspielerin Karolin Lampert, die 70 Schläge benötigte. Proske: "Unser Kader hat nach wie vor einen Altersdurchschnitt von unter 18 Jahren, aber wir haben dieses Jahr dennoch auch viele sehr erfahrene Spielerinnen im Team. Wir werden versuchen, uns auch an den kommenden Spieltagen möglichst weit vorne zu positionieren." Dass es dabei mit Valley einen neuen, sehr starken Konkurrenten um den Platz an der Sonne gibt, ist ihm natürlich nicht entgangen: "Der Start von Valley war sehr stark, ähnlich wie der von Frankfurt im letzten Jahr", so Pascal Proske. "Damit haben wir aber gerechnet, und wir werden jetzt sehr darauf achten, immer eine Nasenlänge vorne zu blieben."

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Womit denn auch die drei stärksten Teams des ersten Spieltags genannt sind: Hinter St. Leon-Rot und Valley schlossen die Spielerinnen des Frankfurter GC das Wochenende auf dem dritten Platz ab. Hannah Roßmanith sicherte sich dabei mit einer 74er-Runde Platz 1 im internen Team-Ranking, spielte den ganzen Tag über sensationelle Eisen und nutze ihre Birdiechancen konsequent. Frankfurts Stärke war aber vor allem die Geschlossenheit des Kaders: Das Team von Trainer Michael Totzke brachte neben der 74er-Runde zweimal 75 Schläge und zweimal 76 Schläge in die Wertung und bewies durch die Bank Konstanz.

Zwei Bundestrainer auf dem Platz

Dass es "insgesamt deutlich weniger wirklich schlechte Runden gibt", notierte zufrieden Damen-Bundestrainer Stephan Morales, der die Einzel in St. Leon-Rot ebenso beobachtete wie der DGV Mädchen-Coach Sebastian Rühl. "Die Leistungen sind insgesamt ausgeglichener und auf einem doch recht zufriedenstellenden Niveau", so Morales. An der Spitze platzierten sich entsprechend die Clubs, die auch einige wirklich tiefe Runden zu Papier bringen konnten.

Genau das gelang den Spielerinnen des Münchener GC zu selten. Unter den Augen des neuen Trainer-Duos Antonio Postiglione und Christian Bauer agierten die vielfachen Final-Four-Teilnehmerinnen zuweilen glücklos, insgesamt aber schlichtweg nicht überzeugend. Zwar punkteten Nicola Rössler und Magdalena Maier mit Runden von 72 und 73 Schlägen vielversprechend in den Einzeln und sorgten mit ihren guten Runden dafür, dass München am Ende zumindest die nach den Viereren aufgezwungene Rote Laterne an den Stuttgarter GC Solitude weitergeben konnte. Doch insgesamt war "unsere Leistung einfach nicht gut genug", so Trainer Antonio Postiglione. "Wir werden in den kommenden Wochen intensiv arbeiten müssen", so der Coach, der sich aber auch klar darüber geworden ist: "Die Liga ist sehr stark in diesem Jahr. Für uns wird es in erster Linie einmal darum gehen, diesen 4. Platz zu verteidigen.

Rang 4 bringt bekanntlich den Klassenerhalt, und der ist auch das vorrangige Ziel der Damen des Stuttgarter GC Solitude. Nach sehr guten Vierern und dem vorübergehenden mit Valley geteilten 2. Platz konnte im Einzel allein Sophia Zeeb überzeugen, die eine hervorragende 71er-Runde unterschrieb. Ihre Teamkolleginnen allerdings brachten Runden von 79, zweimal 80 und 84 Schlägen in die Wertung mit ein, womit Stuttgart am Ende nur Rang 5 blieb - und ebenfalls arbeitsreiche Wochen bevorstehen.

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