Berlin jubelt im Herzschlagfinale

1. Bundesliga Nord - Herren

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Stefan Bluemer

Riesige Spannung noch lange nach dem letzten Putt. In der Nordstaffel der 1. Bundesliga in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi holt sich am dritten Spieltag der GLC Berlin-Wannsee den Sieg – schlaggleich mit dem GC Hubbelrath und dem GC Hösel.
 

Ratingen/Hösel – Gastgeber GC Hösel hatte für den Heimspieltag ganze Arbeit geleistet. Der Platz war in hervorragendem Zustand, für das leibliche Wohl der zahlreichen Zuschauer gab es regionale Spezialitäten für Teller und Glas, an Tee 10 war eine Tribüne aufgebaut und an Tee 12 gab es eine Empore, die bei anderen Gelegenheiten ganz sicher als feiner VIP-Bereich gekennzeichnet worden wäre, beim Bundesliga-Spieltag des GCH aber für jedermann, der ein Plätzchen ergattern konnte, zur Verfügung stand. Kurz gesagt: Das Setup war rundum stimmig und einem Bundesliga-Spieltag mehr als würdig. Die emsigen Helfer am Südrand des Ruhrgebiets hatten einen tollen Job gemacht.
Sportlich verlief der Spieltag für die Gastgeber besser als vor einem Jahr, aber am Ende steht doch nur Rang drei, wenn auch mit gesamt einem Schlag über Par exakt schlaggleich mit dem GLC Berlin-Wannsee und dem GC Hubbelrath. Am Ende gab das bessere „Streichergebnis“ den Ausschlag dafür, dass Wannsee seinen Sieg vom Vorjahr an gleicher Stelle wiederholen konnte.
Auf den vierten Platz kam Aufsteiger Marienburg mit nur fünf Schlägen Rückstand auf die drei führenden Teams.
Der Frankfurter GC, der bisher eine makellose Bilanz aufgewiesen hatte, landet  in Hösel auf dem letzten Platz und gibt aufgrund der Gesamtschläge sogar die Tabellenführung an den GC Hubbelrath ab.
An der Spitze ist es in der Staffel nun extrem spannend. Punktgleich stehen Hubbelrath und Frankfurt vorne, der GC Hösel folgt mit nur einem Punkt weniger auf dem Konto. Der GLC Berlin-Wannsee darf sich mit nun acht Punkten sogar wieder Hoffnung machen, das Final Four zu erreichen. Für Aufsteiger Marienburger GC ist das Ergebnis des Spieltages unter dem Strich trotz einer sehr guten Leistung ein Rückschlag, denn die Kölner haben nun drei Punkte Rückstand auf Berlin.

Wannsee in der Breite überzeugend

Den GLC Berlin-Wannsee und den Nordplatz des GC Hösel eint eine innige Liebesbeziehung. Vor einem Jahr gewann das Team auf der Bundeshauptstadt vor den Toren der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens und auch jetzt wieder treten die Berliner den langen Heimweg mit fünf Punkten im Gepäck an.
Den besten Score für sein Team brachte Max Fischer rein. Der Senior der Truppe kommt mit 28 Jahren gerade in einen neuen Frühling seiner Karriere und hat über den Winter sehr viel trainiert. Fischer startete mit einem Bogey, musste auf Bahn 12 sogar noch ein zweites Bogey notieren, packte aber satte acht Birdies dazu und unterschrieb so eine 65 (-6).
Der schlechteste Score in der Wertung der Berliner waren zweimal 73 (+2).
Den lauten Jubel seines Teams, als endlich feststand, dass der Tagessieg nach Berlin geht, erklärte Wannsee-Coach Christian Kurras mit der großen Anspannung, die sich gelöst habe: „Wir haben in den letzten Tagen einige Entscheidungen getroffen, viele Runden vorher gespielt und dann war ziemlich viel Spannung in der Truppe. Wenn ich die zwei Tage sehe, brauchen wir das scheinbar. Das werden wir an den beiden nächsten Spieltagen so weitermachen. Die Vierer haben schon eine gute Leistung gebracht. In den Einzeln haben wir zwei jüngere Spieler gebracht und die haben ihren Job wirklich herausragend gemacht. Max Fischer und alle anderen haben sehr viel gearbeitet und es freut mich, dass sie sich heute hier belohnt haben.“
Fischer selbst war überglücklich: „Das war ein sehr wichtiger Spieltag für uns. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen, weil wir auch letztes Jahr hier gewonnen hatten. Bis zum Schluss war es sehr knapp, aber daher freuen wir uns jetzt umso mehr. Bei mir lief es in der letzten Zeit sehr gut. Ich bin mit dieser Runde sehr zufrieden. Im langen Spiel habe ich kaum Fehler gemacht.“

Platzrekord

Die alles überragende Leistung des Tages lieferte ein Spieler des Gastgebers. Jonas Baumgartner hat mit einem Bogey auf der Karte eine rasante 61, also zehn Schläge unter Par abgeliefert. Damit verbesserte der Jugendnationalspieler die bisherige Bestmarke für den Nordplatz, die Max Röhrig gehalten hatte, um einen Schlag.
Der 16-Jährige, der auch international mit dem Junior Team Germany unterwegs ist, hat dabei ein Finish auf seine Karte gebracht, wie man es sich besser nicht vorstellen kann. Mit Birdie-Eagle-Eagle drückte der Youngster seinen Score auf die Rekordmarke. Zuvor war eine 66 der beste je gespielte Score des sportlich in Hösel aufgewachsenen Athleten.
„Ich habe mich sehr gut gefühlt und versucht, einiges rauszuholen. Ich kenne den Platz in- und auswendig und habe sehr aggressiv gespielt. Das ist mir mit drei Eagles auch gelungen. An der 17 habe ich aus 81 Metern eingelocht. Das hilft. Es dauert vielleicht etwas, bis man das realisiert, aber ich wollte heute etwas für das Team machen und bin daher sehr froh“, fiel das Fazit des Spielers zu diesem Ausnahmescore gewohnt sachlich aus.

Neben dem neuen Rekordhalter kamen im Team der Gastgeber auch Nick Spillmann und Jannik de Bruyn (jeweils -3), Christopher Huvermann (-2) und Philipp Pakosch (-1) unter Par ins Clubhaus.
Christopher Huvermann war mit seinem Score alles andere als zufrieden, denn aus seinen 16 Grüntreffern machte er nur zwei Birdies, obwohl der Ball oft sehr aussichtsreich lag. Immerhin blieb die Scorekarte komplett sauber.
Mit insgesamt 17 Schlägen unter Par war Hösel die mit weitem Abstand stärkste Mannschaft in den Einzeln, hatte aber aus den Vierern auch ein großes Päckchen zu tragen. Christian Niesing, der Coach des GC Hösel fasste den Spieltag kurz und bündig zusammen: „Gestern pfui, heute hui! Das waren zwei Welten. Einmal Oberliga und einmal mehr als Bundesliga. Das Team hat heute seine Leistung gebracht, Jonas Baumgartner noch weitaus mehr. Wir freuen uns auf den nächsten Spieltag und sind zuversichtlich, mitspielen zu können. Die Aufholjagd hat uns heute riesig Spaß gemacht. Obwohl wir heute nur drei Punkte bekommen, können wir nach dem gestrigen Tag sehr glücklich sein.“

Neuer Spitzenreiter

Nach einem nervenaufreibenden Tag, an dem es auf dem Leaderboard ein ständiges Wechselspielchen gab, hat sich der GC Hubbelrath mit seinem zweiten Platz im Tagesklassement an die Spitze der Ligatabelle gesetzt. Vier Spieler aus dem Kader von Coach Roland Becker blieben unter Par und auch die hinteren Scores waren alle solide.
Julian Baumeister brachte den besten Score für die Düsseldorfer in die Wertung. Mit 67 (-4) Schlägen und fünf Birdies war Baumeister ganz zufrieden, wobei auch der Eagle auf Bahn 15, als der Athlet aus rund 90 Meter lochte, dabei half, den Score zu drücken.
Anders als Baumeister, der zum Ende der Runde Schläge gutmachen konnte, gaben andere Spieler des Rekordsieger der KRAMSKI Deutschen Golf Liga auf den letzten Bahnen noch wertvolle Zähler ab. Daher fällt das Resümee von Roland Becker zweigeteilt aus: „Ich bin eigentlich etwas sprachlos. Wir sind mit schweren Verlusten am Ende wieder schlaggleich. Das tut weh. Andererseits ist es gut, dass wir nun Tabellenführer sind.“

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  • Florian Schmiedel lochte auf der 18  (Foto: DGV/stebl)
  • Zu dem Zeitpunkt war der Tagessieg voll im Blick und Coach Roland Becker freute sich  (Foto: DGV/stebl)
  • Beim Frankfurter GC lief es nicht rund  (Foto: DGV/stebl)
  • Ein starker Youngster holte für Berlin...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... die Kohlen aus dem Feuer: Max Wojciechowski kam Even Par rein  (Foto: DGV/stebl)
  • Wannsee-Sportdirektorin Miriam Hiller konnte zufrieden sein  (Foto: DGV/stebl)
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Rückschlag trotz guter Leistung

Für Aufsteiger Marienburger GC gab es in den Einzeln einen schweren Rückschlag. Führend gingen die Kölner in den Tag, tauchten im Leaderboard auch lange auf einem der vorderen Plätze auf, kamen im Endklassement aber doch nur auf Rang vier. Mit gesamt +6 war der Rückstand zu den drei besten Teams des Spieltages zwar gering, aber durch die volle Punktzahl, die sich Berlin sichern konnte, ist der Rückstand in der Tabelle nun plötzlich auf drei Punkte angewachsen.
Bester Marienburger war Tom Westenberger. Der US-College-Student begann mit zwei Birdies, lag nach drei Bogeys kurzzeitig sogar über Par und begann dann eine wahre Birdieserie. Sieben rote Zahlen auf den letzten zehn Bahnen sorgten für ein Top-Ergebnis.
Der 19-Jährige war mit seiner Leistung an beiden Tagen zufrieden: „Es lief ganz gut. An beiden Tagen waren es auf der Backnine sechs Birdies. Ich habe gute Eisen geschlagen und dann auch einige Putts gelocht. Das hat schon Spaß gemacht. Wir hatten hier das Ziel, oben mitzuspielen.“
Unter Par blieb auch noch Felix Wartenberg, der mit Eagle-Birdie auf den Bahnen 3 und 4 startete, bis Bahn 10 aber wieder auf Even Par kam. Späte Birdies auf den Bahnen 16 und 18 machten den Tag dann doch wieder rund. Die übrigen Kölner blieben über Par. Der Ausfall von Nationalspieler Nick Bachem, der nach seiner Verletzung noch nicht wieder ins Geschehen eingreifen konnte, war für den Aufsteiger nicht ganz zu kompensieren. Wenn alles gut verläuft, wird Bachem am vierten Spieltag in Hubbelrath aber wieder dabei sein können.
„Nachdem wir gut angefangen haben und es lange Zeit heute auch noch sehr schön für uns aussah, haben wir hinten zu schwach gespielt. Wir haben heute dran schnuppern dürfen und hoffen, dass wir beim nächsten Mal die oberen Plätze auch anfassen dürfen“, zieht Peer Sengelhoff, der Coach der Marienburger Hoffnung aus den teilweise schon sehr guten Leistungen seiner Schützlinge.

Gebrauchter Spieltag

Beim Frankfurter GC lief an diesem Spieltag nicht viel zusammen. Vor den Einzeln war der Rückstand auf die vorderen Plätze nur gering, aber am zweiten  Tag war das Momentum nicht bei den Hessen. Drei Spieler blieben unter Par, wobei Routinier Stefan Wiedergrün mit einer 68 (-3) den besten Score für den FGC unterbringen konnte.
Profi Max Röhrig zeigte bis zum Grün wieder eine tolle Leistung. Aus 16 Grüns in Regulation wurden aber nur vier Birdies. Bei zwei Bogeys stand am Ende eine 69 (-2).
Gregor Weck machte seine Scorekarte sehr bunt und unterschrieb eine 70 (-1), obwohl er satte sechs Birdies auf den Platz gebracht hatte.
Lukas Buller hatte von Eagle bis Doppelbogey alle Zahlen auf der Karte. Dies reichte immerhin noch für eine 72 (+1), aber dahinter gab es hohe Zahlen. Entsprechend war der Rückstand der Frankfurter im Endklassement des Spieltags mit neun Schlägen auf Marienburg recht deutlich.
Coach Jan Förster war entsprechend unzufrieden, blickte am Abend aber auch schon wieder voraus: „Wir hatten zu hohe Nummern an zu vielen Löchern. Im Vierer waren wir gestern schon echt nicht gut, aber in den Einzeln sind wir geradezu schlecht gestartet. Zehn Doppelbogeys, ein Triple und ein Doppelpar waren dann einfach zu viel. Jetzt muss man sich sammeln und in Hubbelrath wieder angreifen.“

Luftbilder Galerie I

Luftbilder Galerie II

Bilder der Vierer I

Bilder der Vierer II

Bilder der Einzel I

Bilder der Einzel II


Tabelle nach Spieltag 3

Rang Club Punkte Schläge
1. GC Hubbelrath 11 29
2. Frankfurter GC 11 31
3. GC Hösel 10 28
4. GLC Berlin-Wannsee 8 61
5. Marienburger GC 5 64


Ergebnis des 3. Spieltags

Rang Club Ergebnis
1. GLC Berlin-Wannsee Brutto +1
2. GC Hubbelrath Brutto +1
3. GC Hösel Brutto +1
4. Marienburger GC Brutto +6
5. Frankfurter GC Brutto +15

  • Er war mit sich und seiner 72 (+1) nicht zufrieden: Marcel Zillekens vom GC Hösel  (Foto: DGV/stebl)
  • Mit einer 74 (+3) lieferte Warayu Melzer...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... für Wannsee das sehr gute "Streichergebnis", das letztlich den Sieg beim Spieltag sicherte. Wieder einmal hatte sich gezeigt, dass auch das schlechteste Ergebnis einer Mannschaft von entscheidender Bedeutung sein kann  (Foto: DGV/stebl)
  • Vier Birdies und ein Eagle reichten...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... dem Hubbelrather Max Mehles zu einer 70  (Foto: DGV/stebl)
  • Eins über: Frederik Eisenbeis vom Marienburger GC   (Foto: DGV/stebl)
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