63! Paula Schulz-Hanßen mit Platzrekord in Fürth

1. Bundesliga Süd - Damen

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Matthias Lettenbichler

Ein neuer Platzrekord, endlich wieder Vierer - und St. Leon-Rot unangefochten an der Spitze: Nach 36 Löchern des dritten Spieltags der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf dominieren auch auf dem Platz des 1. GC Fürth die Spielerinnen aus dem Kraichgau.

Die Damen des GC St. Leon-Rot ziehen weiterhin einsam ihre Kreise an der Spitze der 1. Bundesliga Süd. Am dritten Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf dominierte das Team von Head-Coach Sebastian Buhl die Einzel zum Auftakt sowie die Vierer am Samstagnachmittag und liegt nach 36 Löchern mit 18 unter Par deutlich vor der Konkurrenz. Rang 2 halten vor den abschließenden Einzeln am Sonntag mit 6 über die Akteurinnen des Frankfurter GC, dicht beisammen auf den Plätzen 3, 4 und 5 liegen der Münchener Golf Club (+9), die Gastgeberinnen des 1. GC Fürth (+10) und die Damen des GC Valley München (+11).

„Ich hatte schon nach der Proberunde das Gefühl, dass man auf diesem Platz tief gehen kann, und habe dann auf den ersten neun Löchern tatsächlich fünf unter Par gespielt. Auf 10, 11 und 12 musste ich mein Spiel dann zusammenhalten und habe jeweils gerade so das Par gerettet, aber dann kam mein Trainer nochmal, und danach war das Birdie-Mindset wieder da!“ Das Birdie-Mindset., von dem Paula Schulz-Hanßen nach ihrer 63er-Runde Runde erzählte, beschreibt ziemlich perfekte 18 Löcher Golf und eine der stärksten Leistungen der amtierenden Europameisterin in ihrer Karriere. „In Miami habe ich schon mal neun unter Par gespielt, aber noch nie zuvor in Deutschland!“

Mitdenken und Birdies spielen

Richtig: Der Parcours des 1. GC Fürth ist mit 5459 Metern bei Par 72 kein Goliath. Aber die hervorragend gepflegte Anlage inmitten der 130.000-Einwohner-Stadt nordwestlich von Nürnberg ist durchaus anspruchsvoll, bietet ein abwechslungsreiches Layout und fordert sowohl vom Tee als auch mit den Eisen höchste Präzision. Kniehohes rotes Rough bestraft nämlich vielerorts ungenaues Spiel gnadenlos, und auch die akkurat gepflegten Bunker sind äußerst geschickt platziert, kommen auch für die Erstliga-Akteurinnen ins Spiel. Alles kein Problem freilich an diesem DGL-Samstag für Paula Schulz-Hanßen, die den Ball in Serie 1,50 Meter an den Flaggenstock zirkelt – und souverän zum Birdie einlocht. Neunmal insgesamt an diesem Vormittag, ihre beste je in Deutschland gespielte Runde, und natürlich neuer Platzrekord in Fürth; gleich im sechs Schläge verbessert sie die Bestmarke. „An vielen Par 4s hat man nur ein Wedge ins Grün, die Par 5s sind erreichbar. Wenn man hier an der einen oder anderen Stelle ein bisschen mitdenkt, kann man sich gute Birdiechancen erarbeiten“, so Paula Schulz-Hanßen.

Mitdenken. Eine Taktik, die auch für ihre Teamkollegin Charlotte Back perfekt aufgeht, die eine 68er-Runde ins Clubhaus bringt, mit sechs Birdies bei zwei Bogeys eine formidable 4 unter Par zum Teamergebnis beisteuert und damit einmal mehr ihre hervorragende Form unterstreicht. Daniëlle Modder (-1), Olivia Bergner (+1) und Emelie Edinger (+2) sorgen für ein Ergebnis von 11 unter Par nach den Einzeln und dafür, dass die Damen aus dem Kraichgau ihren Kontrahentinnen schon wieder weit enteilt sind. Und weil Daniëlle Modder und Anni Eisenhut am Nachmittag im Vierer, der erstmal in dieser Saison gespielt werden durfte, mit einer 68er-Runde und Paula Schulz-Hanßen gemeinsam mit Karolin Lampert mit einer 69er-Runde auch im Team-Wettbewerb zwei Spitzenresultate für St. Leon-Rot in die Wertung bringen, dürfte der dritte Tagessieg des Teams von Head-Coach Sebastian Buhl in Folge nur noch Formsache sein.

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  • Was für eine grandiose Leistung: Mit 9 unter Par spielte Paula Schulz-Hanßen in ihrem Einzel am Samstag nicht nur einen neuen Platzrekord auf der Par-72-Anlage des 1. GC Fürth sondern mit der fehlerfreien 63er-Runde mit neun Birdies auch das beste Resultat ihrer bisherigen Laufbahn auf einem Golfplatz in Deutschland. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Trainer Sebastian Buhl (links) begleitet und coacht hier den SLR-Vierer Karolin Lampert / Paula Schulz-Hanßen. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Tourspielerin Karolin Lampert kam im Vierer zum Einsatz und brachte gemeinsam mit Paula Schulz-Hanßen eine gute 69er-Runde für St. Leon-Rot ins Clubhaus. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  •  / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  •  / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  •  / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
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Dass die Titelverteidigerinnen die Sonntagsrunde deswegen aber auf die leichte Schulter nehmen werden, steht nicht zu befürchten: „Wir haben uns natürlich vorgenommen, alle fünf Spieltage zu gewinnen, und dann auch das Final Four. Aber wir wissen, dass das kein Selbstläufer ist und wir schon sehr gut spielen müssen, um das zu erreichen“, sagt Paula Schulz-Hanßen. Insbesondere ihr ist das am Samstag in Fürth ziemlich eindrucksvoll gelungen.

Final-Ticket und Klassenerhalt

Während also Liga-Favorit St. Leon-Rot am Sonntag den dritten Sieg in Serie perfekt machen und damit auch beinahe schon das Final-Four-Ticket lösen kann, entwickelt sich dahinter ein spannender Wettstreit sowohl um das zweite Ticket für das Final-Turnier als auch um den Klassenerhalt.

Frankfurt, wegen des Verzichts am ersten Spieltag und des nur 4. Rangs auf der eigenen Anlage, ist aktuell mit 2 Punkten das Schlusslicht der Tabelle und möchte in Fürth unbedingt zumindest Rang 2 und damit vier Zähler holen. Mit einer starken Teamleistung in den Einzeln (+7) und einem hervorragenden Vierer von Helen Tamy Kreuzer und Ava Bergner (-3) haben die Spielerinnen von Trainer Keith Coveney die Aufholjagd tatsächlich auch erfolgreich gestartet und sich mit 6 über Par vor den abschließenden Einzeln am Sonntag einen kleinen Vorsprung vor den Verfolgern erarbeitet. Allerdings sind München (+9), Fürth (+10) und Valley (+11) fast auf Tuchfühlung, und nicht minder ambitioniert, sei es hinsichtlich der Teilnahme am Final Four (Valley) oder was den Klassenarhelt angeht (Fürth). Eine Konstellation, die in jedem Fall einen spannenden und nicht nur wetterbedingt heißen Finaltag am Fürther Golfplatz garantiert.