Stuttgart gewinnt den Heimspiel-Krimi

1. Bundesliga Süd Herren

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Thomas Kirmaier

Am Ende wurde es nochmal richtig eng, aber sie haben ihren Heimvorteil genutzt: Der Stuttgarter GC Solitude (-7) gewinnt Spieltag drei der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf hauchdünn vor dem GC St. Leon-Rot (-6) und dem GC Mannheim-Viernheim (+8).

Stuttgart - Max Holzwarth, Spieler des gastgebenden Stuttgarter GC Solitude, brachte es nach dem letzten Putt auf den Punkt: "Das war heute ein wilder Ritt." Aber die traditionell in Grün auflaufenden Schwaben haben den Vorsprung vom Vortag gerade noch so über die Runden gebracht und schaufeln am dritten Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf fünf Punkte auf ihr Konto. Damit ist aus dem Duell um die Final-Four-Tickets in der 1. Bundesliga Süd der Herren wieder ein Dreikampf geworden - und das ist gut so. Für Spannung an der Spitze ist so auf jeden Fall gesorgt.

Mit zehn Schlägen Vorsprung vom Vortag (Einzel und Vierer am Samstag) war Stuttgart ins Finale gegangen. Der Vorsprung schmolz und schmolz. Beim Gastgeber checkte man immer wieder nervös das Livescoring. Würde es reichen? Es hat gereicht. Hauchdünn - um nur einen Schlag. „Mich freut vor allem, dass wir hinten raus diesmal unsere Leistung gezeigt haben. Die Spieler, die sonst nicht so im Vordergrund stehen, haben uns den Heimsieg gerettet“, so Solitude-Trainer Peter Wolfenstetter. Konkret meint er damit Akteure wie Julian Schinnenburg (70/-2), Max Holzwarth und Yannik Bläse (jeweils 71/-1), die ihr Potenzial abrufen konnten und so am Ende nichts mehr anbrennen ließen.

Die fünf Punkte hätte Marco Schmuck sehr gerne aus Stuttgart mit nach Hause genommen. Aber trotz einer starken Teamleistung am Sonntag hat es knapp nicht gereicht für seine ambitionierte Mannschaft aus St. Leon-Rot. „Alles in allem war das sehr ordentlich heute, auch wenn es nicht das Ergebnis ist, das wir uns gwünscht hatten. Die Jungs haben aber gefightet bis zum Schluss, und vorne sind wir ziemlich tief gegangen“, so Schmuck. Problem sei, dass seine Wölfe Tag eins etwas verpennt und ihre PS nicht auf die Straße gebracht hatten.

Schmuck weiter: „Wir werden das jetzt analysieren und im Juli in Herzogenaurach hoffentlich unser Ticket fürs Final Four ziehen.“ Bester Akteur des Tages war einmal mehr Philipp Matlari, der mit seiner bärenstarken 66 (-6) erneut die tiefste Runde des Wochenendes absolvierte. Aber auch Jan Schneider (67/-5) und Nationalspieler Philipp Katich (68/-4) stellten ihre Top-Form unter Beweis.

So gar nicht zufrieden mit einem verkorksten Samstag waren die Verantwortlichen des GC Mannheim-Viernheim. Co-Trainer Florian Fritsch musste gestehen, dass die Ergebnisse vom Vortag „nicht das waren, was wir uns wünschen“. Also war Wiedergutmachung angesagt – und diese Mission haben die Seahawks auf jeden Fall erfüllt. Der Sonntag lief deutlich besser für den Meister von 2018. Mit Max Oelfke (-5), Florian Huerlimann (-4), Nico Lang (-3), Marc Hammer (-3) und Ferdinand Müller (-2) blieben gleich fünf Mannheimer unter Par.

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  • Team SLR machte im Finish nochmal Druck - beispielsweise durch das Birdie von Philipp Matlari auf der letzten Bahn. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • SLR-Coach Marco Schmuck freute sich mit seinem Schützling Philipp Matlari über eine starke Runde. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die Teams der beiden Trainer Marco Schmuck (SLR) und Peter Wolfenstetter von Gastgeber Stuttgart. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • Wolfenstetter behielt mit Team Solitude am Ende knapp die Nase vorn. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • Siegermannschaft: Das Team des Stuttgarter GC Solitude holt zu Hause die vollen fünf Punkte. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • Münchens Trainer Arne Dickel mit Bundestrainer Christoph Herrmann. (Foto: DGV/Kirmaier)
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Auch für Ted Longs Seahawks wäre deutlich mehr drin gewesen, hätte man den Samstag nicht verschlafen. „Bei uns sind wieder einige hierhergefahren und haben geglaubt, das läuft schon irgendwie. Nach der Einspielrunde und dem heißen Samstag waren sie dann platt – und genau deswegen am Sonntag wieder fokussiert.“ Mit einem Gesamtresultat von -15 am Sonntag war Long zufrieden: „Das hat gezeigt, wie gut die Jungs spielen können, wenn sie wollen.“

Etwas unglücklich das Auftreten von Aufsteiger München am Samstag. Weil das Team aus Bayern zwei nicht zugelassene Caddys eingesetzt hatte, gab es zwei Disqualifikationen. Somit waren die beiden Streicher schon vor dem Finale am Sonntag aufgebraucht. „Ich nehme das auf meine Kappe. Das darf uns nicht passieren. Nichtsdestotrotz hat es keine Auswirkung auf den Gesamtspielstand“, so MGC-Coach Arne Dickel. Sein Team habe gezeigt, dass es da ist, wenn einer der Arrivierten an der Spitze schwächelt. Dickel: „Wir schauen nach vorn und freuen uns einfach, in dieser Liga mitspielen zu dürfen. Mal sehen, was in Zukunft für uns möglich ist.“

Nächster Halt Herzogenaurach

Wenig möglich war einmal mehr für das Team aus Herzogenaurach. Verletzungsbedingt mussten die Franken am Sonntag auf Felix Swoboda, Lukas Lampe und Julian Hoffbauer verzichten. „Ein wenig enttäuscht sind wir schon, weil wir einmal mehr nicht das abgerufen haben, was wir können“, erklärte GCH-Teammanager Julian Wuttke. Klar sei man sich bewusst, dass der Klassenhalt so gut wie unmöglich zu packen ist, „aber wir wollen das aufsaugen und Erfahrungen für die nächste Saison in Liga zwei sammeln“, so Wuttke.

In der Tabelle hat sich das Dreigestirn an der Spitze etwas zusammengeschoben. Der GC St. Leon-Rot bleibt mit 13 Zählern ganz vorn, allerdings nur einen Punkt vor Mannheim-Viernheim und zwei vor dem Stuttgarter GC Solitude. Es ist nichts entschieden, in vier Wochen steht Spieltag vier im GC Herzogenaurach an und alle hoffen, dass Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft, die während der EM in Herzogenaurach residiert und hin und wieder den Platz in Beschlag nimmt, nicht allzu viel Gras aus dem Boden geschnitzt hat.

Vorläufige Endergebnisse

Die Tabelle

 

  • Blick über Bahn eins Richtung Clubhaus des Stuttgarter GC Solitude. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • Erstmals für den GC Mannheim-Viernheim am Start: Routinier Mark Gardiner stieß in den Vierern zu seinem Team. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • 68: Daniel Schmieding, Bayerischer Meister aus dem Münchener GC, spielte die beste Einzelrunde. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • Der Mann weiß, wo
  • Erste Gruppe morgens im Einzel: Stuttgarts Alexander Herrmann (2.v.r.) mit Kapitän Ingmar Peitz (r.) und Marnick Modder (2.v.l.) vom Team SLR mit Caddie Constantin Unger. (Foto: DGV/Kirmaier)
  • Heimspiel für den mehrfachen Stuttgarter Clubmeister Jonas Kugel. (Foto: DGV/Kirmaier)
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